Muttermilch
Von Wilhelm Sinkovics - Die Presse - Oktober 2009


Diese Neuerscheinung lädt ein, einfach genussvoll zuzuhören, wie ein Wiener philharmonisches Ensemble unter der Leitung von Hans Peter Ochsenhofer Haydn spielt. Jenseits aller Originalinstrumententheoretisiererei und sonstiger Verkrampfungen.

Da wird mit jenem intuitiven Wissen um Natürlichkeit von Phrasierung und Tongebung musiziert, das früher einmal als Selbstverständlichkeit galt und hierzulande sozusagen mit der Muttermilch weitergegeben wurde.
Hört man diesen „Wiener Mozartisten“ zu, erkennt man bald, wie weit wir uns in der jüngeren Vergangenheit von diesem Ideal bereits entfernt haben.

So einfach, so richtig ging das einmal. Und geht offenbar noch: Da rauscht das (zwar nicht wirklich von Haydn stammende) festlich-charmante Oboenkonzert auf – von Martin Gabriel eloquent und mit Eleganz modelliert.

Robert Nagy spielt klangsatt das D-Dur-Cellokonzert, und Ochsenhofer gestaltet die Pariser „La Poule“- Symphonie aufs Natürlichste, mit Witz und Gemüt.

Musik wie im Märchen
VON JOPIE DEN DULK


SCHLOSS HALBTURN / Märchenhafte Musik in märchenhafter Umgebung – es spielten die Wiener Philharmoniker und ihre Freunde Kammermusik auf höchstem Niveau. Meisterwerke wurden meisterhaft dargeboten. Die Kirche von Halbturn gab den beiden bekannten Mozartsinfonien (Nr. 29 A-Dur und Nr.40 G-Moll) – klangschön und sehr subtil gespielt in den langsamen Sätzen – einen ganz besonderen Rahmen.


Das Cello Konzert D-Dur von Joseph Haydn spielte Robert Nagy, Solocellist der Wiener Staatsoper. Der Musikalische Leiter Hans Peter Ochsenhofer konnte hier, in diesem ganz besonderen Ambiente, die Musiker nach seinen Maßstäben und nach seinen Ideen führen. Was er, die Musiker und das Publikum offensichtlich genossen. Die Kirche von Halbturn nahm in ihren Mauern ein ganz besonderes Erlebnis auf: Ein Konzert, bei dem jeder einzelne Musiker bewies, dass er Meister seines Fachs ist und auch Spaß daran haben kann.


„Niemand anderer, als Meister, die ihr Instrument beherrschen, sollten jungen Menschen, vor allem Kindern, die Furcht vor Klassischer Musik nehmen und sie kompetent, aber auch mit den diversen Instrumenten vertraut machen', meint Ochsenhofer. So ermöglicht das Projekt Chateau classic auch Begegnungen zwischen Schülern burgenländischer Musikshulen und den Musikern eines exzellenten Orchesters während der Generalproben von den Konzerten.